DAS SAGT JELLA ÜBER ISEE

Jella hat mit ihrer Klasse in der 8. Jahrgangsstufe am ISEE Projekt teilgenommen und während eines Schuljahres alle drei Programbausteine mit uns durchlaufen. Heute erzählt sie uns von ihrem ganz persönlichen Eindruck des IGNITE YOUR FIRE Jugendcoaching Programms. Sie erzählt uns, wie sie das Coaching erlebt, und was sie daraus für sich mitgenommen hat. Und sie berichtet, wie es war, ISEE in der Schule und im Klassenverbund zu durchlaufen.

Liebe Jella, weißt Du noch, wie es war, als ich am Anfang des Schuljahres das erste Mal zu Euch in die Klasse kam und von ISEE erzählt habe? Kannst Du Dich noch daran erinnern, was Du damals gedacht hast und was Dein erster Eindruck von ISEE war?

Ja, das weiß ich noch. Also das Erste war, dass ich das Ganze total interessant fand! Ich weiß noch, dass ein Großteil der Klasse erstmal dachte „Oh neee, das ist zusätzlich Arbeit mit dem Mentoring und so“. Aber ich fand es gleich spannend. Ich interessiere mich nämlich auch für Psychologie und so und fand das super, in der Schule die Möglichkeit zu haben, über solche Sachen noch mehr herauszufinden.

Aha, sag mal wie kommt das, dass Du Dich für Psychologie interessierst?

Meine Mama liest viel solche Bücher. Und so bin ich zu Hause schon damit in Berührung gekommen und habe einiges darüber erfahren und ich fand das einfach irgendwie schon immer spannend.

Ich war ja insgesamt für das IGNITE YOUR FIRE Programm sechsmal bei Euch in der Klasse. Wenn Du auf alles, was wir zusammen gemacht haben zurückblickst, was hat Dir daran am meisten gefallen und was hast Du aus den Inhalten und Übungen für Dich mitgenommen?

Ja, das gibt es ein paar Sachen. Auf jeden Fall das Stärken-Speed-Dating. Das war wirklich total spannend, dass in der Klasse zu machen. Ich hätte nämlich gar nicht erwartet, dass die anderen in meiner Klasse so über mich denken. Also, dass sie gar nicht so schlecht über mich denken, wie ich dachte – wie ich nämlich über mich selbst oft denke.

Da habe ich auf einmal gemerkt, „Boah die finden mich sogar ganz gut.“

Was haben die anderen Schüler*innen in Deiner Klasse denn so für Stärken über Dich aufgeschrieben?

dass ich immer so hilfsbereit bin – und ich dachte dann oft nur so „Hä? Wie kommen sie denn darauf?“

Und bei der Übung habe ich dann echt gemerkt, dass das wohl doch ganz viele über mich denken und dass da was dran ist. Und das wahr wirklich cool, das zu merken.

Und wie war das, diese Übung – also das Stärken-Speed-Dating – in der Klasse zu machen?

Ich fand das richtig gut. Weil ich das auch echt gut und wichtig finde, dass man eben auch das Gute im Menschen sieht und auf die positiven Dinge achtet. Weil ich das bei mir zum Beispiel auch eher nicht mache.

Normal frage ich mich auch nicht bei den anderen in der Klasse, was die Stärken von ihnen sind. Irgendwie macht man das einfach nicht. Man denkt gar nicht daran. Aber wenn man dann in so einer Übung drüber nachdenkt, dann fällt einem auf einmal ganz viel ein. Und sonst würde das gar nicht passieren und halt einfach untergehen.

Gab es noch andere Dinge, die Dich bewegt haben?

Ja, da war dann noch diese Geschichte mit dem Mann ohne Arme und Beine. Wie hieß das nochmal. Ach ja: Der Butterfly Circus. (Für alle interessierten Leser kann der Kurzfilm The Butterfly Circus von Nick Vujicic bei Youtube angesehen werden: https://www.youtube.com/watch?v=wtPpa7_X39A)

Bei dem Film dachte ich gleich so „Ja, das sind so diese Blockade im Kopf“. Ja, dass man halt denkt, man kann es nicht. Und auch da wieder, dass ich eben auch (vor allem im Zusammenhang mit dem Stärken-Speeddating) eher schlecht über mich denke und da auch bei mir nicht so meine Stärken sehe.

Und da habe ich dann eben nochmal so gesehen, dass das eigentlich alles nur in meinem Kopf ist. Dass ich das ja alles nur in meinem Kopf denke und man das lösen kann. Dass es dann ja doch nur Gedanken sind und das es eben letztendlich gar nicht stimmt. Und man merkt oft gar nicht, dass man das denkt. Es scheint halt so echt zu sein.

Dann fand ich auch noch das mit den Werten toll. Die Übung, die wir glaub als allererstes gemacht haben, wo man seine eigenen Werte herausgefunden hat. Ich habe dabei dann nämlich so gemerkt, dass ich irgendwie immer automatisch dachte, dass die anderen Menschen auch meine Werte haben.

Also zum Beispiel, wenn Freunde zu spät kommen, habe ich mich immer gefragt, „Hä wieso tun die das und wieso finden die das irgendwie nicht so schlimm, wie ich.“

Wenn man sich zum Beispiel verabredet und sie sich dann mit jemand anderem treffen. Das hat mich dann immer verwirrt und ich habe das gar nicht verstanden, dass sie so sind.

Und mit den Werten, also wenn man das dann rausfindet, dass Menschen eben auch einfach ganz unterschiedliche Werte haben, dann merkt man auf einmal, dass alles doch irgendwie einfach relativ ist. Dann versteht man, wieso man Sachen dann so sieht und wieso das andere dann eventuell anders sehen. Und das war irgendwie sehr erleichternd und auch logisch. Dann kann jeder einfach mehr sein, wie er ist.

Weißt Du noch, was Deine Werte waren, die du in der Übung herausgefunden hast?

Ja, warte kurz. Ich habe hier auch meine Mappe, wo sie drinstehen. Also, das waren Gelassenheit, Weisheit, Ehrlichkeit, Wachstum & Fleiß.

Ah, wow, wie schön! Sag mal Weisheit, das ist ja auch ein Wort, dass man vielleicht gar nicht so oft benutzt. Was bedeutet das denn für Dich?

Ja, das stimmt. Also für mich heißt das nicht, dass man alles weiß, sondern es ist eher so philosophisch. Also mehr, was man über das Leben weiß. Dass man zum Beispiel viel lernt und viel aus dem Leben mitnimmt am Ende – es ist für mich da also auch ganz eng mit Wachstum verbunden.

Wie war das für Dich am Ende der Übung dann Deine 5 wichtigsten Werte so schwarz auf weiß vor Dir zu sehen?

Um ehrlich zu sein, hätte ich das nicht gedacht, dass da diese fünf Werte rauskommen. Ich habe am Anfang gedacht, dass das ganz andere Werte sind. Aber ich habe die Übung dann – wie Du es angeleitet hast – eben ganz intuitiv gemacht und meine Werte einfach ohne viel überlegen rausgegriffen und dachte dann am Schluss, als die 5 Karten vor mir lagen, „Ja das kommt eigentlich wirklich hin.“

Mir sind dann auch Situationen eingefallen. Da dachte ich dann „Ahja, deswegen habe ich das so gemacht oder deswegen habe ich das also so entschieden“ und ja, das kommt halt eben echt hin.

Findest Du es allgemein gut, so was, wie wir jetzt bei ISEE gemacht haben, in der Schule zu machen?

Ja, ich fand es schön, dass das in der Schule war. Und ich hatte das Gefühl, dass da viele aus der Klasse sonst nicht mitgemacht hätten. Also sie hätten das freiwillig nach der Schule glaub ich nicht gemacht. Aber ich glaube, es war dann doch gut für sie, dass sie mitgemacht haben. Es hat ihnen gutgetan, auch wenn sie das so selber vielleicht nicht sagen würden.

Aber deswegen war das halt manchmal auch echt schwierig, dass in der Klasse zu machen. Weil sie vielleicht gar nicht so wussten, dass das echt gut ist. Und es war echt spannend rauszufinden, was die anderen in der Klasse für Werte und Stärken haben. Weil so was weiß man ja einfach nicht und findet es sonst auch eher nicht heraus. Das fand ich echt gut.

Ich glaube ich selbst, hätte da vielleicht auch mitgemacht, wenn es außerhalb der Schule gewesen wäre, aber das wäre dann echt schwierig geworden, weil wir ja fast immer bis 4 Uhr Schule haben und ich dann nicht weiß, ob es mit der Zeit hingekommen wäre.

Hey Jella, das ist total berührend zu hören, was Du so alles für Dich entdeckt und mitgenommen hast. Danke, dass Du das mit mir teilst. Willst Du denn noch etwas ganz allgemein zu ISEE sagen? Vielleicht noch mal alles in allem, was Du für Dich mitgenommen und gelernt hast?

Ich glaub, das Größte, was es mir gezeigt hat, ist dass ich eigentlich echt alles kann. Und dass ich halt oft vieles im Kopf zu viel überdenke und dann Blockaden habe und so Sachen denke, wie ich bin nicht gut genug und das schaffst du nicht oder so das ist unmöglich und ich versuche jetzt halt, dass oft einfach zu machen. Also es trotzdem zu machen.

Ich habe mir jetzt zum Beispiel auch eine Liste geschrieben – mit Sachen, die ich nie machen würde. Auch mit Frauke, meiner Mentorin. Und also, so viel Zeit hatte ich jetzt noch gar nicht, aber ich habe schon angefangen, davon Sachen zu machen.

Zum Beispiel habe ich halt Höhenangst. Und vor einer Weile waren wir in London und sind mit dem London Eye gefahren. Es war nicht ganz schön. Aber ich habe mich mit Fotos machen dabei abgelenkt. Als wir wieder unten waren, da habe ich mich schon richtig gut gefühlt. Einfach, weil ich mich das getraut habe und es geschafft habe, auch wenn es echt unangenehm war.

Und dann habe ich halt gedacht, ok, wenn ich das schaffe, dann kann ich auch alles andere schaffen.

Jella, ISEE Schülerin Berlin

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